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SSV
Thallwitz – SV Roland Belgern 2:1 (1:1)
Zweimal Rot bei Belgerns Horrortrip
Thallwitz. (pit) Drei durchaus
mögliche Punkte verschenkt, die greifbar nahe Tabellen-führung vergeben
und Andre Beck sowie Sebastian Ebeling durch Rote Karten verloren - für
den SV Roland Belgern wurde die Fahrt nach Thallwitz nicht nur wegen des
er-bärmlichen Stoppelacker-Fußballplatzes zum Horrortrip. Nach der
unglücklichen 1:2 (1:1)- Niederlage in einem rassigen Spitzenspiel
der beiden
Aufsteiger haderten die Rolandstädter vor allem mit Schiedsrichter
Falko Dümke. Dem jungen Leipziger mangelte es nicht an Selbstbewußtsein
und bühnenreifen Fähig-keiten, dafür aber an Fingerspitzengefühl und
Gelassenheit.
Die
beiden Schlüsselmomente der turbulenten Partie lagen in der zweiten
Halbzeit. Zwischen der 55. und 63. Minute hätten die in dieser Phase klar
dominierenden Belgeraner das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden müssen.
Zunächst
spitzelte Benito Stäger, dem bereits in den Startsekunden ein
sehenswertes
Freistoßtor (14. Saisontreffer) gelungen war, das Leder am
herausstürzenden
Thallwitzer Keeper Möbius vorbei und traf nur den Pfosten (55.).
Danach spielte
Sven Kubik nach exzellenten Sololäufen zweimal Danny Kleinschmager
völlig frei.
Dessen Schüsse aber wurden von der Linie geschlagen (60.) sowie im
letzten
Moment abgeblockt (62.). "Mindestens einen hätte ich
versenken müssen", räumte
der sonstige Torjäger ein. Schließlich riss Kubik selbst jubelnd
die Arme hoch,
als er einen Eckball des formverbesserten Olrik Schulze scheinbar
per Kopf über
die Linie gedrückt hatte, ehe ein Thallwitzer Abwerbein retten
konnte (63.).
"Klar hinter der Linie", erklärten Kubik und Schulze.
Der Schiedsrichter aber
ließ weiter spielen. Belgerns Proteste blieben erfolglos.
Die Entscheidung fiel innerhalb von zwei Minuten, und es begann eigentlich
völlig harmlos. Zunächst pfiff Schiedsrichter Dümke eine geglückte
Belgeraner
Abwehraktion zum Entsetzen der sich zum wiederholten Mal
benachteiligt fühlenden
Gäste als Freistoß ab. Die Frage des bis dahin stark spielenden
und nie negativ
aufgefallenen Beck, warum er so "finster" pfeife,
beantwortete der Spielleiter
umgehend mit der Roten Karte (71.). Die dem Freistoß folgende Ecke
endete auf
dem Kopf von Reichert, dessen Aufsetzer der auf der Linie stehende
Ebeling nur
mit der Hand über die Latte bugsieren konnte. Die Folge: Rot,
Elfmeter, Tor
durch Hennig, Spielentscheidung. "Hätte ich den Ball ins Tor
durchlassen
sollen?, fragte sich der tief unglückliche Ebeling hinterher.
Ausgerechnet für
den nun folgenden Saison-Höhepunkt, das große Derby gegen
Blau-Weiß Torgau (Sonntag, 15.00 Uhr), fällt der ehemalige Blau-Weiße
nun aus.
Mit neun Spielern gab sich Belgern in der Schlussviertelstunde nicht
geschlagen
und zeigte sich gegenüber des jüngsten 2:1-Heimsieges gegen
Fortuna Leipzig auch kämpferisch deutlich verbessert. Selbst der starke
Torwart Jessulat schaltete
sich in die Angriffe ein, aber der Ausgleich wollte nicht mehr
gelingen. Am Ende
räumte selbst der Thallwitzer Trainer Seydler "einen glücklichen
Sieg" seiner
Mannschaft ein. "Wir hatten zwar die größeren Spielanteile.
Die klar besseren
Chancen aber lagen auf Belgerns Seite."
Belgern:
Rene Jessulat – Andreas Näke – Marcel Griethe, Ronny Reitmajer –
Sven Jentzsch (77. Danilo Schneidewind), Andre Beck, Sven Kubik (V),
Sebastian Ebeling (V), Olrik Schulze – Benito Stäger (V/72. Sebastian
Richter), Danny Kleinschmager.
Torfolge: 0:1 Benito Stäger (1.), 1:1 Daniel Bräunig (16.), 2:1 Dennis
Hennig (72./Handelfmeter).
Rote Karten: Beck (71. wegen Schiedsrichterbeleidigung) und Ebeling (72.
Wegen
absichtlichem Handspiel).
Zuschauer:
100. Schiedsrichter: Dümke (Leipzig) |