Interview zum Rücktritt Sven Jentzsch
Jetzt ist erstmal Zeit für die Familie
Belgern. Ostern 2008 übernahm er die erste Mannschaft des SV Roland Belgern mitten im Abstiegskampf. Als Feuerwehrmann stabilisierte er die Elf zwar, den Abstieg der bereits abgeschlagenen Belgeraner konnte er jedoch nicht verhindern. In der ersten vollständigen Saison spielte sein Team lange mit an der Tabellenspitze, holte den Pokalsieg. Nun nach gerade einmal zwei Jahren und drei Monaten macht er bereits wieder Platz auf der Roland-Bank. Die Amtszeit von Sven Jentzsch als Belgeraner Trainer ist nach einer enttäuschenden Saison. Was den Ausschlag gab, dass er das Team nicht in die neue Saison führt, darüber unterhielt sich die Web-Redaktion mit dem 33-Jährigen.
SVR.de: Gleich zu Beginn die wichtigste Frage. Gegangen oder gegangen wurden?
Sven Jentzsch: Die Initiative ging von mir aus. Die letzte Saison lief alles andere als gut, da habe ich mich natürlich auch selber in Frage gestellt.
Viele Zuschauer sagen, sie hätten in der letzten Saison nicht mehr den Elan ihres Antritts gehabt. Wie stehen sie zu diesem Vorwurf.
Das habe ich auch schon gehört. Und natürlich haben sich mit der Geburt meiner Tochter Charlyn auch einige Prioritäten verschoben. Aber ich – vor allem auch dank der Unterstützung meiner Frau – habe es immer möglich gemacht, das Training zu leiten. Und ich habe kaum ein Training versäumt, dies können nur wenige in der vergangenen Saison von sich behaupten.
Klingt alles ein wenig nach Kritik?
So ist es auch gemeint. Wenn ich mir als Trainer Gedanken für ein vernünftiges Training mache, dann aber kaum Spieler anwesend sind, dann ist dies wenig befriedigend. Entsprechend war dann auch die Leistung auf dem Platz und die Resultate dieser Saison.
Die Mannschaft hat sie demnach enttäuscht oder wie sind diese Worte zu verstehen?
Die Mannschaft nicht, aber einzelne Spieler. Wir, und damit meine ich den kompletten Trainerstab, haben bei Problemen immer wieder das Gespräch gesucht. Doch mancher hat sich lieber in der Kreisklasse versteckt, als in der Liga auch mal Krallen zu zeigen.
Also kein pauschales Urteil über alle Spieler.
Natürlich nicht, die meisten waren bzw. sind verlässlich und ehrgeizig. Und gerade in den letzten Tagen merke ich an den Gesprächen, die ich immer noch mit den Spielern führe, wie sehr sie es auch bedauern, dass ich aufhöre. Das freut mich natürlich, macht mir den Abschied aber auch nicht einfacher.
Mal abgesehen von der Mannschaft, hat sie da nicht auch die Vereinsführung im Stich gelassen?
Das ist aus der falschen Richtung betrachtet. Ich hätte sicher mehr Hilfe einfordern sollen.
Zuletzt war zu hören und zu lesen, sie würden eine andere Tätigkeit im Verein übernehmen. Was ist das genau? Trainieren sie jetzt den Nachwuchs?
Nein, ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf meine Familie. Als Trainer zu arbeiten hat mir Spaß gemacht und ich werde auch sicher wieder in dieser Funktion zurückkommen, aber aktuell nicht.
Noch ein Wort zu und über ihren Nachfolger Frank Seifert.
Ich wünsche ihm Glück mit meinem Erbe, das sicherlich kein allzu schlechtes ist. Er ist sicherlich ein komplett anderer Trainertyp als ich und wird damit auch einen neuen Wind bringen. Ich hoffe, er hat mit der Mannschaft viel Erfolg.
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